Low-Strain-Methode

Qualitätssicherung, technische und wirtschaftliche Optimierung sind Schlüssel in allen Phasen der modernen Bautätigkeit. Das schwächste Glied bestimmt die Stärke einer Kette. Dabei fällt der Gründung eine besondere Rolle zu, denn dort ist ein nach Fertigstellung des Bauvorhabens festgestellter Mangel nur noch mit unverhältnismäßig großem Aufwand korrigierbar.

Die Kontrolle aller verwendeten Materialien - von der Türklinke bis zum Beton - ist, in Bezug auf die Einhaltung der qualitativen Parameter, während ihres Produktionsprozesses tägliche Routinearbeit. Schwierig hingegen ist eine Qualitätskontrolle nach Einbringung von Pfählen in den Baugrund. Fehler an Pfahlgründungen sind nur schwer erkennbar, wenn diese sich unterhalb der Erdoberfläche befinden. Da sich Auswirkungen daraus, z.B. größere Setzungen, erst zu einem späteren Zeitpunkt zeigen können, ergeben sich schwer kalkulierbare Risiken. Die Notwendigkeit einer rechtzeitig durchgeführten Qualitätskontrolle, die über die Unversehrtheit des Pfahles Auskunft gibt, ist somit unumgänglich. Diese Prüfungen sind ggf. Bestandteil eines Hersteller-Qualitätssystems gemäß Euro-Norm 29002.

Durch spezielle Prüfverfahren können mögliche Fehler an Gründungselementen frühzeitig erkannt werden. Mit Hilfe der Integritätsmessung können sowohl an neu hergestellten Pfählen rechtzeitig vor Ort (auf der Baustelle) Qualitätskontrollen durchgeführt als auch an bereits fertig gestellten Bauten Informationen zu deren Pfahlgründungselementen gewonnen werden. So kann u. a. ermittelt werden:

  1. Die Integrität (Intaktheit) des Pfahles
  2. Eine Änderung der Pfahlstruktur
  3. Die Pfahllänge

Diese Prüfungen erfolgen durch ein zerstörungsfreies, kostengünstiges und schnell realisierbares Verfahren. Bei Stahlpfählen und sehr langen Fertigbetonramm- bzw. Kupplungspfählen kann es notwendig sein, auf die meist schon vorhandene Ramme zurückzugreifen und die Integritätsprüfung in der Ausführung wie eine Tragfähigkeitsprüfung vorzunehmen.

Weitergehende Informationen zu den Pfahlgründungselementen sind durch die, von uns ebenfalls durchführbaren, Probebelastungen mit Hilfe der dynamischen Meßmethode erzielbar.


Grundlage des Verfahrens ist die Hammerstoßmethode (Handhammer). Dabei wird ein vertikaler Stoß in den möglichst gekappten Pfahl eingeleitet und mit einem empfindlichen Beschleunigungsaufnehmer mit anschließender Integration als Geschwindigkeitssignal erfasst.

Diese kleine Stoßwelle durchläuft den Pfahl mit einer für das jeweilige Material charakteristischen Geschwindigkeit c. Die Laufgeschwindigkeit c liegt bei gut ausgehärtetem Beton in der Größenordnung von ca. 4000 m/s.

Die angewandte Messmethode beruht auf dem Prinzip der Wellenausbreitung in einem elastischen Stab. Trifft diese oben beschriebene Stoßwelle auf Impedanzänderungen, so wird in der entsprechenden Tiefe bzw. nach entsprechender Laufzeit eine Reflektion erkennbar. Impedanzänderungen können hierbei Querschnittsänderungen, Änderung der Materialgüte als auch das Zusammentreffen dieser Faktoren sein.

















Nach der elektronischen Bearbeitung der vorort aufgenommenen Signale mittels komplexer Computerprogramme werden charakteristische Kurvenausdrucke erzeugt, die Auskunft über den Pfahlzustand geben.

Über die qualitative Auswertung der Signale hinaus ist es möglich, mit Hilfe eines Analyseprogrammes ein Steifigkeitsmodell eines Pfahles zu erstellen. Sofern von einem homogenen Pfahlbeton ausgegangen werden kann, entspricht dieses Modell der Querschnittsausbildung des Pfahles.

Die Intaktheitsprüfung mit Hilfe der Handhammer-Methode kann in einigen Fällen auf Grenzen stoßen, wenn der Beton nicht ausreichend ausgehärtet ist, die Längen im Verhältnis zum Pfahldurchmesser zu groß sind und große Mantelreibung existiert. Sehr starke Strukturänderungen und Risse im Pfahlkopfbereich können ebenfalls die Aussagekraft einschränken bzw. eine Nachkappung erfordern.


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